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Göttingen und der Rest der Welt


28. Juli 2013
Heute will ich mir den Bartholomäus-Friedhof ansehen und fotografieren. Gegen 17.00 Uhr gehe ich durch das Tor des Friedhofs. Hohe Bäume sorgen für angenehmen Schatten, die Sonne steht schon tief im Westen, zaubert Lichtreflexe auf Blätter und Rasen. Es ist angenehm still. Ehrfürchtig stehe ich vor den alten Gräbern, lese die Inschriften. Schon als Jugendliche bin ich gern über den "Alten Friedhof" in Flensburg gegangen.

Der historische Bartholomäus-Friedhof befindet sich in der Weender Landstraße gegenüber dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum der Georg-August-Universität. Er entstand außerhalb der Stadtmauern 1747 auf dem Grund des St. Bartholomäus-Leprosenhospitals. Dort fanden zunächst nur die Armen der Stadt ihre letzte Ruhe, später wurden schließlich auch Prominente dort begraben - u. a. Dreißig Göttinger Professoren, die an der Georgia-August gelehrt hatten. So wurde das Bild des Friedhofes durch Mausoleen und Monumente bereichert.

U. a. wurden dort bestattet: Gottfried August Bürger (Dichter), Alfred Clebsch (Mathematiker), Adolf Ellissen (Politiker, Philologe und Literaturhistoriker), Heinrich Ewald (Theologe und Orientalist), Christian Gottlob Heyne (Altertumsforscher und klassischer Philologe), Peter Gustav Lejeune Dirichlet (Mathematiker) und seine Frau Rebecca Mendelssohn Bartholdy, Abraham Gotthelf Kästner (Mathematiker und Dichter), Georg Christoph Lichtenberg (Schriftsteller, Mathematiker und Physiker) und Mitglieder der Familie Ruprecht (Besitzer des Verlags Vandenhoeck & Ruprecht)

Bartholomäus-Friedhof

Bis 1747 wurden alle Toten auf den Göttinger Friedhöfen begraben, die sich direkt an den Kirchen der Innenstadt befanden. 1881 ist der neue Stadtfriedhof in der Kasseler Landstraße eröffnet worden und der Bartholomäus-Friedhof wurde geschlossen.

Viele Denkmäler wurden durch Bomben und Vernachlässigung zerstört, die Verwitterung des Baumaterials (Sandstein) trug erheblich dazu bei. Erst 2005 / 2007 wurden die wichtigsten Grabmale restauriert.

In den beiden Mausoleen (Richter und Ayrer) befinden sich Schautafeln mit interessanten Details über die Geschichte des Friedhofes und dessen Restaurierung
Mausoleum August Gottlob Richter

Mausoleum Georg Heinrich Ayrer und Johann Ayrer




August Gottlob Richter
* 13. April 1742 in Zörbig;
† 23. Juli 1812 in Göttingen
Er war Chirurg und Autor. 







Georg Heinrich Ayrer
* 15. März 1702 in Meiningen;
† 28. April 1774 in Göttingen
Er war deutscher Jurist.

Johann Heinrich Ayrer
* 1732 in Coburg;
† 6. Januar 1817 in Göttingen
Er war deutscher akademischer Reitlehrer
und erhielt 1760 als Stallmeister den Rang eines ordentlichen Professors
Einige der Grabmäler sind mit Inschriften versehen, die berühren,
wie das Grabmal von "Carl von Hahn".
Grabdenkmal Carl von Hahn
Inschrift:
CARL v. HAHN
AUS DEM HAUS POSTENDEN IN KURLAND
*17.3.1778 † Göttingen 27.12.1797 AN DEN FOLGEN EINES
DEGENHIEBES, DEN ER ERHIELT, ALS ER EINEN STREIT
ZWISCHEN STUDENTEN UND FÄHNRICHEN ZU
SCHLICHTEN BEMÜHT WAR.
SEINE TAPFERKEIT UND ZIVILCOURAGE SEIEN UNS VORBILD.

GRABMAL ERSCHAFFEN 1802 VON PROF. JOH. CHR. RUHL AUS KASSEL
GESTIFTET VON DEN ELTERN, DEM KAIS. RUSS. STAATSRAT
ADOLPH v. HAHN u.s. G. CHARLOTTE GEB. v. FIRCKS


Die Gräber von Georg Christoph Lichtenberg und seiner Frau Margarete sind in der Reportage "Georg-Christoph-Lichtenberg" zu sehen »

Weitere Fotos und Informationen in der Fotogalerie unter "Bartholomäus-Friedhof" »


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