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Göttingen - Halloween im Botanischen Garten

Halloween im Alten Botanischen Garten

31. Oktober 2009

Rechtzeitig gegen 16.30 Uhr stehe ich mit meiner kleinen Enkeltochter (5 Jahre) im Eingang des Botanischen Gartens. Wir gesellen uns zu den anderen Kindern. Die meisten haben sich verkleidet als Hexen, Zauberer oder Gespenster.

Als eine Hexe mit Besen in der Hand und Schlange um den Hals erscheint; dazu mit einer Stimme zum Fürchten die Hilfs-Hexe und den Zauberer vorstellt, suchen einige kleinere Kinder schnell Schutz bei Papa oder Mama.


Göttingen - Halloween im Botanischen Garten
Auch meine Enkelin greift nach meiner Hand, hält sie fest. Ein kleiner Junge weint ... Die Hexe beruhigt ihn: "... ich bin eine gute Hexe ..."

Die Hexe, alias Frau Dr. Gabriele Weis, die zuständig ist für Öffentlichkeitsarbeit, Garten- pädagogik und Dokumentation des Botanischen Gartens, hat Erfahrung mit kleinen und großen Gästen.

Schließlich ist sie Koordinatorin der "Grünen Klasse". Gemeinsam mit dem Gartenkustos,
Dr. Michael Schwerdtfeger, bietet die
"Grüne Klasse" Schulen, Kindergärten und Jugendgruppen die Möglichkeit,
die Natur zu begreifen.

Praktisch und lebensnah erfahren Kinder und Jugendliche im Botanischen Garten wo der Pfeffer wächst, welche Kürbisarten es gibt und warum einigen Pflanzen und Tiere in früheren Jahrhunderten ein geheimnisvoller Zauber unterstellt wurde.
Göttingen - Halloween im Botanischen Garten
Die Hexe erzählt und erzählt, die Kinder lauschen gespannt. Warum gibt es Halloween, wieso werden Lichter in Kürbisse gesetzt?

Anhand der schaurigen Geschichte von dem wahren Jack O'Lantern aus Irland, vermittelt sie den Kindern den Hintergrund von Halloween und so ganz nebenbei, welche unter- schiedlichen Kürbisarten es gibt und dass das erste Licht für Jack O'Lantern auf einer Rübe stand; denn in Irland gab es damals keine Kürbisse.

Das gefällt nicht nur den Kindern, auch ich höre interessiert zu. Mit leuchtenden Zauberstäben und Laternen gehen wir durch den Tunnel des Walls in den Botanischen Garten.
Göttingen - Halloween im Botanischen Garten
Inzwischen ist es dunkler geworden und dadurch auch gruseliger. Überall hängen Geister in Büschen und Bäumen; werden von vielen kleine Kerzen beleuchtet.

Ein schauriges "Kraaah, Kraaah, Kraaah ..." ertönt. Alle schauen in den Himmel. Ein Schwarm Raben fliegt über uns. Ich frage mich, wie Frau
Dr. Weis es geschafft hat, Schwärme von Raben zu bestellen ... das schaurige "Kraaah" der Raben passt zu der geisterhaften Stimmung.

Die Hexe nutzt geschickt, den Flug der Raben, erzählt vom Werden und Vergehen, von Särgen und Geistern.



Jetzt führt sie uns zu einem großen dunklen Kasten - ein Sarg? Darin liegt etwas, das, wenn man hineinschauen würde, richtig tot aussieht. Gänsehaut macht sich auf meinem Rücken breit.

In diesem Sarg (Holzkasten) werden die Wurzelstöcke des "Mammutblattes" vor der strengen Kälte des Winters geschützt; denn das Mammutblatt kommt aus dem südlichen Südamerika. Im Sommer sind die Blätter der Pflanze so hoch und so breit, dass ein großer Mensch, wenn er sich darunter stellt, bei Regen sicherlich nicht nass wird.
Göttingen - Halloween im Botanischen Garten


Nun erfahren wir auch, warum einigen Tieren, wie Fledermäusen, Eulen, Katzen und Raben früher Zauberkräfte zugetraut wurden.

Aus einer Tasche holt die Hexe einen schwarzen Kater heraus, hält ihn hoch, erzählt. Auf dem dunklen Nachtbild rechts, ist der schwarze Kater kaum zu erkennen.




Natürlich hat sie auch einen schwarzen Raben dabei und die Geschichte, die sie erzählt, klingt einleuchtend, schließlich hat sie etwas mit Licht zu tun.

Bevor es elektrisches Licht in unseren Landen gab, gingen die Menschen mit den Hühnern zu Bett. Doch wenn Jemand beispielsweise sehr krank war und Hilfe benötigte, wurde der Raum beleuchtet. Die neugierigen Raben wurden wach, sahen die erleuchteten Fenster wollten sehen, was sich da abspielt. Na, ja und dann dies unheimliche "Kraaahen" der Raben, da ist es kein Wunder, wenn ihnen magische Kräfte zugeschrieben wurden.

Magische Kräfte traue ich fast auch der Hexe zu ... erst die Rabenschwärme und dann erscheint zur rechten Zeit auch noch der Mond.

Inzwischen ist es 18.00 Uhr und die Kinder hören immer noch interessiert zu.
Unterricht kann so spannend sein!

Schade, dass die Lehrer an unseren Schulen kaum Zeit haben für eine lebendigere Gestaltung des Unterrichts. Schade, auch für die Schulkinder, die oft langweilig vermittelte Lernstoffe über sich ergehen lassen müssen.

Anmerkung aus meiner Schulzeit: Ich hatte das Glück einen Lehrer zu haben, der selbst Mathematik so spannend vermitteln konnte, dass ich voller Eifer die schwierigsten "Rätsel" der Matheaufgaben lösen wollte.

Schließlich begleitet Frau Dr. Weis uns zum Ausgang zurück.

Danke für die zauberhaften Stunden!



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